Textile Oberflächen wie Matratzen, Kopfkissen und Bettauflagen stehen über viele Stunden hinweg in direktem Kontakt mit dem menschlichen Körper. Während Bettwäsche regelmäßig gewechselt und gewaschen wird, bleiben die darunterliegenden Textilien häufig über lange Zeiträume unbehandelt.
Mit jeder Nutzung gelangen neue Hautschuppen, Feuchtigkeit, Mikroorganismen und Allergene in textile Schlafsysteme.
Die Kombination aus organischem Material, Wärme und Feuchtigkeit kann Bedingungen schaffen, die die Vermehrung von Hausstaubmilben sowie das Wachstum bestimmter Mikroorganismen begünstigen.
Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen und geeignete Hygienemaßnahmen ein wichtiger Beitrag zum vorbeugenden Gesundheitsschutz.
Im Laufe der Nutzung können sich dort verschiedene Belastungen ansammeln, darunter:
Staub und feine Partikel
Hautschuppen, Haare und organische Rückstände
Hausstaubmilben und deren allergene Ausscheidungen
Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen
Feuchtigkeit, die durch Schwitzen und Umwelteinflüsse entsteht
Das warme und feuchte Mikroklima eines Schlafplatzes kann die Vermehrung von Mikroorganismen und Hausstaubmilben begünstigen. Gleichzeitig können sich allergene Rückstände und andere Belastungen über längere Zeit in den Textilien anreichern.
Bei erhöhter Feuchtigkeit besteht zudem die Gefahr mikrobiologischer Prozesse, die unter ungünstigen Bedingungen zur Bildung von Schimmelpilzen führen können. Dies kann die hygienische Qualität von Schlafsystemen beeinträchtigen.
Die Belastung von Matratzen und Kopfkissen ist von außen oft nicht erkennbar. Dennoch können solche Verunreinigungen unter Umständen mit allergischen Reaktionen, Atemwegsbeschwerden oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Verbindung stehen.
Diese Erkenntnisse weisen auf eine häufig unterschätzte Hygienelücke in Schlafsystemen hin und verdeutlichen die Bedeutung regelmäßiger Hygiene- und Präventionsmaßnahmen im Bereich textiler Oberflächen.
Mit dem neuen Kriterienkatalog der Hotelstars Union für den Zeitraum 2025–2030 rückt die Matratzenhygiene stärker in den Fokus der Hotelklassifizierung. Erstmals werden konkrete Anforderungen an die Reinigung von Matratzenschutzbezügen (Encasings) und Matratzenbezügen gestellt. Ziel ist es, den Hygienestandard in Beherbergungsbetrieben weiter zu verbessern und gleichzeitig nachhaltige Lösungen zu fördern.
Nach den neuen Vorgaben müssen Encasings künftig regelmäßig gereinigt werden. Alternativ können Hotels auf andere Hygienekonzepte setzen, sofern die geforderten Reinigungs- und Dokumentationsstandards eingehalten werden.
Die neuen Anforderungen verdeutlichen, dass eine hygienisch einwandfreie Schlafumgebung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das regelmäßige Waschen von Bettwäsche, Matratzenschutz und Bezügen ist dabei ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Hygienekonzeptes.
Aus Sicht des THMS® International e. V. stellt die Reinigung jedoch nur einen Baustein dar. Ebenso wichtig ist die objektive Beurteilung des tatsächlichen Hygienezustandes von Matratzen und Bettwaren. Dazu gehören unter anderem die Untersuchung biologischer Belastungen, die standardisierte Probenahme sowie eine nachvollziehbare Dokumentation der Ergebnisse.
Das THMS®-Forschungsprogramm versteht sich ausdrücklich als Ergänzung bestehender Reinigungs- und Hygienemaßnahmen. Ziel ist es, Hotels, Pflegeeinrichtungen und andere Beherbergungsbetriebe durch dokumentierte Inspektionen, wissenschaftlich begleitete Probenuntersuchungen und standardisierte Hygieneverfahren bei der Verbesserung der Textilhygiene zu unterstützen.
Die vom THMS® International e. V. entwickelten Verfahren dienen der Prävention, der Qualitätssicherung sowie der Förderung einer transparenten und nachvollziehbaren Hygiene im Bereich von Matratzen, Kopfkissen und weiteren textilen Oberflächen.
Zusammenfassung nach einem Fachbeitrag von Christine Hintersdorf über die neuen Anforderungen der Hotelstars Union zur Matratzenhygiene mit Aussagen der Swissfeel AG, veröffentlicht am 25. März 2024.